| 28.10.03 | das war's - war's das? | |
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Liebe Leser,
seit zwei Tagen sind auch die letzten von uns wieder zurück in Deutschland bzw. in Schweden. Es ist noch zu früh, um wirklich alle Eindrücke rückblickend wiederzugeben, aber vielleicht reicht es für ein paar Momentaufnahmen und etwas Grundsätzliches.
Das Grundsätzliche zuerst: Wir sind alle sehr froh, diese Reise unternommen zu haben. Wir sind glücklich, den Iran kennen gelernt zu haben, seine Landschaft und vor allem seine Menschen. Am schönsten waren sicherlich die kleinen Begegnungen am Rande der Vorstellungen und der Veranstaltungen, wenn man in einer Sprache, die noch keinen Namen hat, sich verständigt, mit Händen und Füßen redet und doch sicher ist, dass das Wesentliche den anderen erreicht hat. Für das offizielle Programm waren die unterschiedlichen Sprachen trotz Dolmetscher manchmal ein Problem. Nicht aber für die Vorstellungen. Auch wenn die Untertitel erst bei der letzten Vorstellung richtig funktionierten, schien das Publikum, auch der Teil, der das Stück nicht kannte, den Inhalt aus dem Spiel und den Figuren zu erkennen. Und das Spiel auf der Bühne ist bei Parzival sehr ausdrucksstark, beim Onkelchen, das fast ohne Sprache auskommt, ohnehin.
Einige Momente und Eindrücke werden sicher unvergessen bleiben: Der Himmel über Isfahan, der Regen in der Wüste, das Abschiedsessen in Isfahan unter freiem Himmel, der strenge Blick einer Iranerin auf ein Stück entblöstes Bein, der Verkehr in Teheran und der Smog, nächtliche Gespräche beim Tee in der Hotellobby, das erste Kopftuch und das letzte Kopftuch und alle Kopftücher zwischendurch, die Aufregung vor den Vorstellungen, die Musik, die Erinnerung an all das ...
Wie es weiter geht? Wir arbeiten dran.
von Christine Post
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| 22.10.03 | in teheran 2 | |
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wieder einmal herzliche gruesse aus dem iran. gestern haben wir gehoert, dass es in freiburg schon recht kuehl ist und fragen uns, ob wir nicht ein bisschen neidisch sein sollen. in isfahan war das heisse wetter ertraeglich, da wir immerhin auf 1.600 m Hoehe waren. in teheran kommt zum wetter noch die luftverschmutzung hinzu, die den aufenthalt im freien sehr unangenehm macht. so ist man doch froh, wenn man sich - einmal durch den verkehr gewuehlt -in irgendeinem innenraum aufhalten kann.
teheran ist eine stadt, die aus allen naehten platzt. Innerhalb weniger jahre hat sich die bevoelkerung verfuenffacht. die stadtplanung scheint aber wenig dafuer zu tun, auf die veraenderten verhaeltnisse zu reagieren. so bleibt es jedem selbst ueberlassen, sich in dem verkehr der stadt zurecht zu finden und - vor allem - durchzusetzen. das ergebnis: eine unmenge von kleinen motorraedern, die sich an allen ampeln oder sonstigen regeln vorbei durch die strassen und menschenmengen schlaengeln. benzin kostet hier umgerechnet nur ca. 8 cent pro liter...
heute abend haben wir unsere 1. parzival-vorstellung in teheran. um unsere buehne auf die buehne des hiesigen stadttheaters zu bauen, musste die rampe um einige meter in den zuschauerraum hinein verlegt werden. dass dies in so kurzer zeit und mit den immer wieder auftretenden kommunikationsschwierigkeiten geklappt hat, ist eine enorme leistung der technik.
wir sind gespannt auf die reaktionen des publikums.
herzliche gruesse aus teheran! von christine post
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| 19.10.03 | in teheran | |
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Kann es sein, dass schon wieder so viele tage vergangen sind? Gerade noch waren wir in Isfahan angekommen und nun sind wir schon in teheran. aus isfahan gibt es natuerlich - jetzt, da alles im rueckblick form angenommen hat - eine menge zu erzaehlen. aber das ueberlasse ich doch lieber dem persoenlichen gespraech. nur so viel. nach einem tag teheran vermisse ich die helligkeit, die freundlichkeit dieser stadt bereits. in teheran ist alles noch lauter, die luft noch schlechter (furchtbar). aber was die vorbereitungen der vorstellungen betrifft,aeuft es doch um einiges glatter. unsere techniker arbeiten viel und wieder einmal sehr erfolgreich. aber auch sie haben fuer heute sfchluss gemacht.
von isfahan moechte ich noch sagen, dass diese stadt einen besuch lohnt auch abseits von kulturaustausch und grossen reisegruppen. leute,hr seid doch recht anstrengend manchmal.
im hintergrund spielen ein paar unserer musikerInnen gerade ein staendchen fuer dieter kuemmel, unseren kuenstlerischen leiter, der heute einen runden geburtstag hat. herzlichen glueckwunsch, dieter.
gestern sind wir mit dem bus durch die wueste nach teheran zurueck gefahren. das war eine anstrengende fahrt. lange, noch laenger und nicht ganz so atemberaubend,wie wir es uns vorgestellt hatten, da es doch recht schnell dunkel wurde und es- ist es zu glauben - just an diesem tag in der wueste regnete.
noch ein enschub aus isfahan: wir haben in dieser stadt vor und nach den vorstellungen so viele junge, theaterbegeisterte menschen getroffen, dass es eine schande ist, dass die stadt isfahan keine theateraktivitaeten in der eigenen bevoelkerung unterstuetzt. da ist es kein wunder, dass einige der leute enttaeuscht sind, dass eher eine theatergruppe aus deutschland eingeladen wird, als die arbeit der eigenen theatermacher zu foerdern.
im hintergrund spielen immer noch isabel, sylvia, steffen und miriam wunderschoene musik. und hinter mir bildet sich schon eine kleine schlange von lieben kollegen, die auch gerne noch netten moechten. einen herzlichen gruss an alle
christine
von christine post
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| 19.10.03 | Wie ist's im iRAN | |
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WAS SOLLICH IHNEN SAGEN
ES IST GANZ ANDERS ALS MAN ES SICH VORGESTELLT HAT.
VIELES MUSSTE ICH REVIDIEREN MANCHES IST GEBLIEBEN. WAS?
TJA, MEHR BEIM NAECHSTEN MAL
CIAO HORST von Horst
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| 13.10.03 | gerade angekommen | |
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Nach erst zwei tagen im iran moechte ich allen, denen ich von dieser seite berichtet habe, ganz herzliche gruesse schicken. das ensemble ist nach einer zweitaegigen und recht anstrengenden reise in Isfahan angekommen und, obwohl im vorfeld des gastspieles - eigentlich bis zum tag der abreise - sehr viele details noch nichtgeklaert waren, entwickelt sich alles sehr gut.
ein wort zum thema verschleierung, mit dem die frauen aus der reisegruppe sich sehr auseinandersetzt haben - es sollten dringend neue auflagen der reisefuehrer geschrieben werden. die bekleidungsvorschriften, wie man sie ueberall nachlesen kann, haben mit dem tatsaechlichen leben vieler junger frauen nicht mehr allzuviel zu tun. hier hat sich in den letzten jahren sehr viel veraendert.
Herzliche gruesse aus Isfahan
Christine
von Christine
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| 13.10.03 | Stand der Vorbereitungen 2 | |
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Mittlerweile steht schon die Haelfte der Publikumspodesterie, die "Burg" und das System fuer die reduzierte Lichtversion. PARZIVAL im Freien wird sicher ein spannendes Experiment. Von Tag zu Tag klaeren sich dei Dinge, mit etwas Zuversicht und einer ausreichenden Portion Geduld kommt so eins nach dem anderen Zustande.
Die Aufnahme ist bislang sehr positiv, wie uns gesagt wurde, sind die Vorstellungen schon durch Mundpropaganda ueberbucht. Zum ersten mal findet in Isfahan ein Gastspiel aus dem Ausland in dieser Groessenordnung statt, und zum erstem Mal auch eine Gruppe aus Deutschland. Natuerlich gibt es laso wenig Erfahrung mit internationalen Gastspielen, aber mit iranischer Gelassenheit entwickelt sich alles erstaunlich ruhig.
Zwischendurch finden die Theaterkolleginnen und Kollegen auch Zeit, die Sehenswuerdigkeiten zu bewundern. Nachher gehts zur Kostuemprobe, mal sehen, wie sich die Przivalfiguren entsprechend dem kulturellen Code (sprich Kleidervorschriften) ausnehemn werden
Stephan von Stephan Weiland
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| 11.10.03 | Vorbereitungen in Isphahan | |
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Nachdem lange Zeit nicht klar war, ob wir in Isphahan ueberhaupt auftreten werden koennen, haben wir in einer Kunstschule einen geeigneten Ort fuer Open-Air Auffuehrungen von "Parzival" gefunden. Ein schoener Bau (mit deutscher Geschichte, darueber spaeter mehr) mit Saeulen, Park und guter Atmosphaere.
Auch in technischer Hinsicht scheint alles zu klappen, die Kooperation mit dem verschiedenen Aemtern und Istitutionen nimmt langsam die erhoffte Form an. Stadtverwaltung und Kulturministerium hier haben zu einer konstruktiven Form der Zusammenarbeit gefunden.
Die erste Gruppe ist heute unterwegs nach Teheran und wird morgen in Ispahan eintreffen. Dann werden sich auch die Tueren des Lastwagens oeffenen, der schon vor einiger Zeit hier eingetroffen ist, und der Aufbau beginnt.
Die Vorstellungen sind nun fuer den 15. und 16. Oktober jeweils um 18.h30 vorgesehen.
Ab Montag gibts mehr News, vielleicht auch mal mit Bild.
Stephan von Stephan Weiland
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| 10.10.03 | Alles Gute | |
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Ich wünsche euch alles Gute für eure Iran-Reise. von Rafael Alfaro Kotte
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| 10.10.03 | Friedensnobelpreis für Schirin Ebadi | |
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Der iranischen Anwältin Schirin Ebadi ist heute der Friedensnobelpreis verliehen worden. Sie erfuhr in Paris davon. von R.
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